Tram Stansstad - Stans


FZ von Thomas Brian


 

BCe ½ 1 - 3 Der Wagen Nr. 1 ging 1907 an die Trambahn Luzern, wo er in einen B2 Nr. 50 umgebaut wurde und bis 1945 im Dienst stand
Tramzug mit Sommerwagen
Tramzug mit Güterbeförderung Im Wagen Nr. 11 wurden im Jahre 1894 einsetzbare Fenster eingebaut. Dieser Wagen ging 1907 an die Trambahn Luzern, wo er bis 1945 im Dienst stand
Sommerwagen B2 11 + 12
Geschlossener Güterwagen K 21  
Offener Güterwagen L 22  

 

Kurzbeschreibung:

  • Zu Beginn des 18. Jahrhunderts gab es im Nidwaldnerland noch keinen öffentlichen Personenverkehr. Die Leute gingen zu Fuss. Nur einmal in der Woche, am Dienstag, dem Markttag in Luzern, war Gelegenheit geboten, in die nahe Stadt zu gehen. In Stansstad konnten die Passagiere ein von 8 Ruderern bedientes Lastschiff einsteigen. In Winkel bei Horw angekommen, ging es zirka eine Stunde "per pedes" nach Luzern. Am Nachmittag wurde der Rückweg auf dieselbe Art zurückgelegt. Die Post bewältigte den Weg 2 mal wöchentlich. Die Situation besserte sich, als ab 1850 täglich ein Postwagen zwischen Stans und Beckenried, mit Anschluss an das Dampfschiff nach Luzern verkehrte.
     
  • Zu Beginn der siebziger Jahre des 19. Jahrhunderts tauchten die ersten Pläne auf, sich am gesamtschweizerischen Eisenbahnnetz anzuschliessen. 1873, motiviert durch den Bau der Gotthardbahn, wurde das erste Konzessionsgesuch für eine linksufrige Vierwaldstätterseebahn gestellt.
     
  • Am 24. Juni 1892 erteilte die Bundesversammlung der Schweizerischen Eidgenossenschaft der Firma Bucher & Durrer in Kägiswill die Konzession für den Bau einer elektrischen Strassenbahn von Stansstad nach Stans. Nach einigen Widerständen, insbesondere auch bei der Geldbeschaffung, wurde die Strassenbahn im Frühjahr 1893 erbaut. Die in der kurzen Zeit von April bis Juni 1893 geleisteten Arbeiten dürften nicht von bester Qualität gewesen sein.
     
  • Anfang August 1893 traf das Rollmaterial, von Luzern aus auf einem Nauen (Lastschiff) in Stansstad ein. Bereits am Morgen des 7. August 1893 fuhr der erste Tramzug von Stansstad nach der Kapitale Stans. Dies zu einem Zeitpunkt, als in grossen Städten die Einrichtung von "electrischen Tramways" noch nicht über das Planungsstadium herausgekommen waren.
     
  • Das gesamte Rollmaterial von 7 Fahrzeugen stammte von der Firma SIG Neuhausen, die elektrischen Ausrüstungen der Triebwagen von der CIEMG in Genf (Compagnie de l'industrie electrique & mechanique de Genève).
     
  • Bereits im Frühjahr 1898 wurde mit dem Bau der StEB (Stansstad-Engelberg-Bahn) begonnen. Die ursprüngliche Absicht, das Gleis der StSt zu verwenden, wurde nicht realisiert. Diese Konkurrenz führte dazu, dass die StSt bereits im Jahre 1903 definitiv den Betrieb aufgeben musste. Die Gleisanlagen wurden im November 1903 vertragsgemäss abgebrochen. Somit hatte eine der ersten elektrischen Strassenbahnen der Welt eine Lebenszeit von nur knapp 20 Jahren.

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